Paar hält sich mit wenigen Fingern an den Händen.

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Kurz und Knapp Der Coolidge-Effekt

US-Präsidenten sind für vieles bekannt, auch für Pikantes. So wird die Presse bis heute nicht müde, über eine Affäre von Kennedy und Marilyn Monroe zu spekulieren. Oder trat 1999 erstmals die Bezeichnung Clinton-Lewinksy Effekt auf den Plan. Müssen wir das noch weiter erläutern? Nur Calvin Coolidge konnte wohl kaum ahnen, dass sein Name gebräuchlich in der Sexualwissenschaft wird, nur weil er sich einmal mit seiner Frau darüber unterhielt, wie oft ein Hahn es schafft, nicht eine, sondern verschiedene Hennen zu besteigen…

Kurz erklärt: Was ist der Coolidge-Effekt?

Der Coolidge Effekt besagt, dass mehrmaliger Verkehr mit einem einzigen Sexualpartner die Libido eher dämpft, als sie zu fördern. Experimente mit Ratten und Hamstern bewiesen: Tritt ein neues Weibchen oder Männchen auf den Plan, ist die Lust sofort da. Wird aber viel Zeit miteinander verbracht, schrumpft sie nach und nach.

Biologisch erforscht

Das Tierreich beweist es: Kommt ein neuer möglicher Partner hinzu, steigt die Lust sofort. Grund dafür ist das Dopamin. Es überflutet unser Gehirn, wenn wir jemand neuen, anziehenden kennenlernen. [1] Wenn aber dann sexuelle Gewohnheit Einzug hält, steigt auch der Dopaminspiegel nicht mehr so stark an und die Lust auf Sex lässt nach.

Man könnte jetzt natürlich sagen: Hat sich die Natur doch super überlegt: Wenn man nur den Fortpflanzungseffekt berücksichtigt, bedeuten oft wechselnde Partner schließlich eine große genetische Vielfalt. Aber wir sind ja keine wilden Tiere und entscheiden uns sexuell gerne für nur einen Partner. Wie gelingt das?

1. Monogamie ist eine persönliche Entscheidung 

Niemand muss monogam leben. Es gibt viele andere spannende Modelle für Beziehung und Zweisamkeit. Wenn sich ein Paar gemeinsam dafür entscheidet, kann über die Lust auf Neues auch gesprochen werden. Und warum sollte Dopamin, das vielleicht auch beim Anblick einer Fremden ausgeschüttet wird, nicht dann einfach zu Hause ausgelebt werden.

2. Dopaminausschüttung ankurbeln

Der Coolidge Effekt zeigt, dass die Dopaminausschüttung verringert wird, je öfter ein Paar miteinander Sex hat, doch das bedeutet nicht, dass Fremdgehen in unserer Natur liegt und wir keine Wahl hätten. Wir können zum Beispiel auch dafür sorgen, dass unsere Dopaminausschüttung beim Anblick des Partners nicht einschläft. Wie? Durch immer wieder neue Kicks, erotische Spiele, Flirten und generell gemeinsame Abenteuer. Wie wäre es spontan am Wochenende nach Italien aufzubrechen?

3. Sexualität und Alltag verbinden

Zu guter Letzt: „Natürlich“ macht unser Körper uns einige Vorgaben, und es ist ganz normal, wenn die Gedanken auch mal auf die Reise gehen und der Wunsch nach einem anderen Partner plötzlich da ist. Doch warum dann nicht auch zurückbesinnen und sich fragen: Was können wir tun, dass unsere Sexualität belebt wird?

Frauen und Männer reagieren erotisch auf unterschiedliche Geschlechtspartner. Das ist fakt und auch nicht davon abhängig, ob wir verliebt in einer Beziehung oder seit Jahren verheiratet sind. Aber wie wir unser Sexleben dauerhaft anregend und schön gestalten, das haben wir in der Hand.

Wir wünschen Ihnen eher gemeinsame heiße als coole Abenteuer.

Sandra und Robert Hornsteiner

Auf einen Blick 

Der Coolidge-Effekt geht auf Präsident Calvin Coolidge zurück.

  • Paart sich eine Ratte oder ein Hamster oft mit dem gleichen Partner, nimmt die Lust ab. Kommt ein neuer Sexualpartner hinzu, steigt sie aber rasant wieder an.
  • Auch wenn die Natur möchte, dass wir unsere Partner wechseln und unsere Gene weit verteilen, haben wir selbst in der Hand, wie wir unser Sexleben gestalten möchten.

(Bild: AlexShalamov)
[1] https://www.erlebte-paarberatung.de/problemthemen-paarberatung/sexualitaet/coolidge-effekt